Sprachlos in der Krise -
Hilfesuche hinter männlicher Maske

Jedes Jahr sterben in Deutschland mehr als 10.000 Menschen durch Suizid, davon sind mehr als zweidrittel männlich. Im Gegensatz zu Frauen fällt es vielen Männern außergewöhnlich schwer,
sich in emotionaler Not zu öffnen und Hilfestellungen in Anspruch zu nehmen.
 

Unser Präventionsprogramm im Jahr 2011

"Frauen suchen Hilfe, Männer sterben" - diese Formel darf nicht hingenommen werden. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Telefonseelsorge Berlin wissen: Wenn Männer sich trauen anzu-
rufen und über ihre Probleme sprechen, dann stehen sie unter enormem Druck, und die Krise hat sich schon sehr zugespitzt.
Es passt häufig nicht zum männlichen Selbstbild, eine Problem-
situation nicht allein bewältigen zu können. Schamgefühle und ein enges Rollenverständnis erschweren die Situation. Manchmal wird kein Handlungsspielraum gesehen. Dann rückt der Suizid in greifbare Nähe.

Vor diesem Hintergrund legen wir den Schwerpunkt unseres letzt-
jährigen Präventionsprogramms auf den Themenkomplex "Männer - Krise - Sprachlosigkeit". Wir möchten mithelfen, in der Öffentlichkeit eine Sensibilisierung für das Thema zu erreichen. Und wir möchten Männer, deren Lebensmut schwindet, ermutigen, sich nach außen zu wenden.

Diesem Ziel diente auch unsere Podiumsdiskussion am 6. Oktober 2011 im Tagesspiegel-Verlagshaus. Gemeinsam mit Vertretern unterschiedlicher Bereiche erörterten wir, wie die besonders hohe Suizidzahl der Männer gesenkt werden kann. An der Veranstaltung nahmen teil: Prof. Dr. Walter Hollstein (Soziologe), Prof. Dr. Matthias Franz (Psychotherapeutische Medizin), Barbara Sichtermann (Journalistin und Buchautorin), Sigrid Meurer (Neuhland e.V.) und Johannes Albers (Männergruppe).


Die Diskussion wurde moderiert von Sonja Müseler (Dipl.-Psychologin, Telefonseelsorge Berlin e.V.), die das diesjährige Präventionsprogramm leitet.
 

> kleine Foto-Galerie der Informationsveranstaltung