Ehrenamtlich Mitarbeitende stellen sich vor

Ursula H. (44), Klavierlehrerin, fast 20 Jahre bei der Telefonseelsorge Berlin

Seit knapp 20 Jahren bin ich bei der TS, auf deren Ausbildungsangebot ich durch ein Praktikum gestoßen bin. Ich habe gemerkt: In Richtung Kommunikation, Gesprächsführung, da fehlt mir die Erfahrung und Kompetenz. Damals war ich noch sehr jung und eine für mich wichtige Persönlichkeit gab mir die Empfehlung, mich doch mal bei der TS zu bewerben. Ehrenamtliche stellen sich vorDie Arbeit hier erlebe ich als sehr abwechslungsreich, spannend, mich bereichernd und im höchsten Maße sinnvoll und das immer noch, immer wieder, auch nach fast 20 Jahren, jedes Mal, wenn ich am Telefon sitze.

Wenn jemand mich fragen würde: Was hat die TS mit Musik zu tun, würde ich antworten, dass es bei beiden wichtig ist zu lauschen, auf Stimmungen aufmerksam zu werden, Dissonanzen zu lösen und unter den plakativen Lauten die leisen Töne zu suchen.
 

Inge K. (63), ehemalige Sozialarbeiterin im Vorruhestand, seit 1 ½ Jahren dabei

Nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben habe ich mich nach einem Bereich umgesehen, in dem ich mich mit meinen Kenntnissen auch weiter engagieren kann. Bei der Telefonseelsorge habe ich die notwendige Zeit, um für den Anrufer da zu sein. Das war im Berufsleben leider oft nicht der Fall. Es macht mir Freude, meine Erfahrungen noch nutzen zu können, ohne permanenten Druck. Außerdem lerne ich immer etwas dazu. Ich schätze Supervision und die Möglichkeit zur Weiterbildung. Toll finde ich, dass wir hier auch viele junge Menschen haben, die sich einsetzen.
 

Rainer Sch. (52), Jurist/Redakteur, 3 ½ Jahre bei der Telefonseelsorge Berlin

Grundsätzlich ist es richtig und wichtig, sich ehrenamtlich zu engagieren. Bei der Telefonseelsorge lernt man viel, auch was das richtige Leben anbetrifft, nicht nur die Oberfläche.

Ich würde mir wünschen, dass die Telefonseelsorge noch viel bekannter wird. Oft habe ich den Eindruck, dass, obwohl ihnen die Einrichtung bekannt ist, viele zögern, da anzurufen. Viele Menschen haben dann doch Hemmungen und Probleme, über ihren Kummer und ihr Leid zu sprechen.
 

Ute V. (66) ehemalige Leiterin eines Sozialamtes in Berlin, seit 10 Jahren dabei

Als ich vor etwa 10 Jahren hier anfing, dachte ich, mir geht es gut, trotz mancher Schicksalsschläge. Von der Erfahrung, dass gerade schwierige Lebenssituationen mich stärker gemacht und weitergebracht haben, könnte ich etwas an die Anrufer abgeben und so vielleicht für sie hilfreich sein.

Jetzt stelle ich immer wieder mit Erstaunen fest: Am meisten profitiere ich selbst von diesen Gesprächen. Was mich wirklich beeindruckt bei der Telefonseelsorge ist das entgegengebrachte Vertrauen der Anruferinnen und Anrufer hier. Deshalb ist auch eine strenge Auswahl und intensive Ausbildung der Mitarbeiter/innen unabdingbar.
 

Dr. Dirk B. (42), Uni-Dozent, Wirtschaftswissenschaftler, ein Jahr bei der Telefonseelsorge

Die Telefonseelsorge bedeutet für mich konkretes gesellschaftliches Engagement. Man kann auch sagen: Menschen helfen. Für mich ist das aktive Integrationsleistung, das bedeutet: Menschen Brücken zu bauen.