FAQ – Häufig gestellte Fragen

Spenden

Bei der Telefonseelsorge arbeiten die meisten ehrenamtlich. Wofür brauchen Sie Spenden?

Es stimmt, das Herz der Telefonseelsorge sind Ehrenamtliche und unser Angebot ist kostenlos – so soll es auch bleiben. Das Spendengeld fließt in die fachliche Ausbildung und Betreuung unserer Ehrenamtlichen, ein geringer Teil landet im Bürobetrieb. Die Gehälter unserer hauptamtlichen Expertinnen und Experten werden teilweise/anteilig mit Senatsmitteln bezahlt. Doch die Weiterbildung durch Honorarkräfte und alles, was eine gut funktionierende soziale Einrichtung braucht, müssen aus Spenden finanziert werden. Von Ihrer Spende profitieren letztendlich die Anrufenden, denen die Gespräche mit unseren sorgfältig geschulten Ehrenamtlichen oft sehr gut tun.

Wer sind die Spenderinnen und Spender?

Die Menschen, die uns mit Spenden unterstützen, sind oftmals sozial orientiert und engagiert. Sie möchten einen Betrag zur Unterstützung von Menschen in Not leisten. Viele von ihnen haben selbst einmal gute Erfahrungen im Gespräch mit Telefonseelsorgerinnen und Telefonseelsorgern gemacht – eine Erfahrung, die manche für Jahre und Jahrzehnte zum Spenden motiviert. Einige unterstützen uns nicht nur ein Leben lang, sondern bedenken uns in Testamenten oder durch Vermächtnisse.

Wie bleiben die Spenderinnen und Spender über die Telefonseelsorge auf dem Laufenden?

Sie erhalten regelmäßig unseren informativen Jahresbericht, aus dem auch hervorgeht, wie wir Spendengelder und andere Zuschüsse einsetzen. Jährlich laden wir die Spenderinnen und Spender zu einem Konzert mit klassischer Musik ein, mit dem wir uns für das Engagement ganz herzlich bedanken. Oft kommt es auf solchen Treffen zu interessanten Gesprächen zwischen den Ehrenamtlichen und den Menschen, die für die Telefonseelsorge spenden. Seit 2018 organisieren wir zudem eintägige Ausflüge, die mit dem Bus ab Berlin führen. Unterwegs erfahren die Spenderinnen und Spender Neues aus der Telefonseelsorge.

Sind Spenden von der Steuer absetzbar?

Selbstverständlich. Wir sind eine vom Finanzamt anerkannte gemeinnützige Institution, die von einem Verein getragen wird. Alle Zuwendungen an den unabhängigen und gemeinnützigen Verein Telefonseelsorge Berlin können steuerlich geltend gemacht werden.

Wie kann ich spenden?

Spenden-Konto:
IBAN DE29 1002 0500 0001 6432 03
BIC BFSWDE33BER

Spenden-Telefon
030 / 613 50 23

Anfragen per E-Mail richten Sie bitte an mail@telefonseelsorge-berlin.de

Online spenden!

Gelegentlich hört man von einer Stiftung der Telefonseelsorge. Was hat es damit auf sich?

Der eingetragene Verein Telefonseelsorge Berlin und die Stiftung Telefonseelsorge Berlin sind voneinander unabhängige Organisationen. Wenn Sie die Arbeit unserer Ehrenamtlichen am Telefon unterstützen möchten, spenden Sie bitte ohne Umwege an die Telefonseelsorge Berlin e.V.

Anrufen

Neulich hatte ich einen schlimmen Albtraum. Es ging mir nicht gut und kurz habe ich überlegt, bei Ihnen in der Telefonseelsorge anzurufen. Wäre das okay gewesen?

Selbstverständlich. Wir sind jederzeit für alle da, die niemanden zum Sprechen haben. Besonders nachts gibt es viele Menschen, denen Krisen den Schlaf rauben oder Sorgen in Panik versetzen. Die Telefonseelsorgerinnen und Telefonseelsorger bemühen uns dann, die Anrufenden ein wenig zu beruhigen.

Ich mache mir große Sorgen wegen Geld: Meine Erwerbsunfähigenrente reicht hinten und vorne nicht. Ich bezweifle, dass mir die Telefonseelsorge in meiner finanziellen Notlage helfen kann …

Unmittelbare Hilfe selbst können Sie nicht von uns erwarten. Aber Gespräche über die Situation können helfen, wieder mehr Klarheit und Übersicht zu bekommen und eine Idee, wie es weitergehen kann.

„Seelsorge“ – das klingt religiös und kirchlich. Sind meine Gesprächspartner am Telefon besonders gläubig, evangelisch, katholisch oder anderweitig kirchlich engagiert?

Die Telefonseelsorge ist offen für alle und bietet hilfesuchenden Menschen qualifizierte und vertrauliche Seelsorge und Beratung an, vorurteilsfrei und offen.

Bei der Gründung der Telefonseelsorge Berlin e.V. waren auch evangelische Theologen beteiligt;  wir betrachten den christlichen Glauben als eine unserer Wurzeln. Wir gehören dem Dachverband katholischer und evangelischer Telefonseelsorgen in Deutschland an.

Sind Sie eigentlich Therapeuten? Mein Arzt hat mich ermuntert, bei Ihnen anzurufen, wenn es mir aktuell psychisch schlecht geht und der nächste Arzttermin erst in ein paar Tagen fällig ist.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen der Telefonseelsorge, die mit Ihnen am Telefon sprechen, kommen aus den unterschiedlichsten Berufen: Ingenieure, Lehrerinnen, Assistenten, Unternehmensberater, Einzelhändler, Studierende, Redakteurinnen, Manager, Handwerker, Verwaltungsfachleute oder Sozialarbeiter. Sie sind auf den Dienst am Telefon sorgfältig vorbereitet, bleiben aber engagierte Laien. Sie hören Ihnen aktiv zu, sind an Ihrer Seite, und wollen, dass es Ihnen wenigstens für den Verlauf des Gespräches etwas besser geht. Das dürfen Sie von uns erwarten. Nicht mehr und nicht weniger.

Immer wieder hört man, dass es sehr lange dauern kann, bis man zu Ihnen durchkommt. Gibt es Zeiten, zu denen man Sie etwas schneller erreicht?

Wir fühlen uns allen Anrufenden verpflichtet – und zwar streng anonym. Auch deswegen wissen wir nicht genau, wie viele Versuche jemand schon unternommen hat, um durchzukommen. Unsere Erfahrung ist: Die beste Zeit, mit einer Telefonseelsorgerin oder einem Telefonseelsorger schnell ins Gespräch zu kommen, ist nachts ab 23 Uhr.

Mir geht es eigentlich gut. Aber alle meine Freunde und Verwandten leben nicht mehr und ich brauche manchmal einfach jemanden zum Reden. Ist das zu wenig für die Telefonseelsorge?

Nein, Sie können uns jederzeit anrufen. Einsamkeit ist das Thema Nummer eins bei uns. Besonders betagte Anruferinnen und Anrufer brauchen hin und wieder jemanden, mit dem sie über dies und jenes reden können.

Ich habe Sorge, dass meine Tochter in ihrer Schulklasse heftig gemobbt und gehänselt wird. Sie selbst spricht nicht darüber. Kann ich die Telefonseelsorge deswegen anrufen?

Tatsächlich ist das Thema Mobbing zu einer „Mode“ geworden, besonders am Arbeitsplatz und in der Schule. Immer häufiger rufen uns junge Menschen an, die zu Opfern geworden sind, genauso wie ihre Eltern, die ratlos sind. Mobbing ist selbstverständlich eines der Themen, über die Sie mit uns sprechen können.

Ich bin mit meinem Pflegedienst, der zweimal am Tag bei mir vorbeikommt, nicht mehr zufrieden. Wissen sie da einen Rat?

Gerne sprechen wir darüber mit Ihnen. Was wir tun können: Ihnen zuhören, ein wenig nachfragen und mit Ihnen gemeinsam schauen, was Sie tun können.

Ich möchte ein heikles, sehr vertrauliches Thema besprechen. Kann ich mich darauf verlassen, dass das unter uns bleibt?

Darauf können Sie sich verlassen! Anonymität und Verschwiegenheit ist das höchste Gut jeder Telefonseelsorge. Ähnlich wie Rechtsanwälte, Pfarrer und Therapeuten sind Telefonseelsorgerinnen und Telefonseelsorger auf strikte Anonymität verpflichtet. Sie genießen dafür sogar gesetzlichen Schutz.

Mir geht es eigentlich nie gut. Ich glaube nicht, dass es mit einem einzigen Telefonat getan ist. Darf ich bei Ihnen häufiger anrufen, vielleicht sogar regelmäßig?

Weil wir Sie nicht kennen, wissen wir wenig darüber, wie regelmäßig Sie wann bei uns anrufen und mit wem Sie Ihre persönlichen Telefonate führen. Wie alle anderen sind Sie bei uns willkommen – so oft Sie möchten.

Ich bin verzweifelt und überlege immer wieder, mein Leben zu beenden. Es hat ja doch keinen Sinn …

„Bevor Sie sich umbringen, sprechen Sie mit uns.“ – Diese Überzeugung begründete einst die erfolgreiche Arbeit unserer Telefonseelsorge. Der Satz hilft und rettet Leben – bis heute. Die Lebensverzweiflung ist ein Thema, über das in langem und intensivem Austausch gesprochen wird.

Mitarbeiten

Was habe ich davon, Telefonseelsorgerin oder Telefonseelsorger zu werden?

Als Telefonseelsorgerin oder Telefonseelsorger erhalten Sie eine fundierte, hochprofessionelle Ausbildung, die Sie auf Ihre Tätigkeit am Telefon vorbereitet. Sie arbeiten alleinverantwortlich, nur im Kontakt mit Ihren Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern. Das ist eine große Herausforderung, die manchmal viel abverlangt. Viele Anrufende zeigen sich auch sehr dankbar darüber, dass sie mit empathischen, warmherzigen, geduldigen, aufmerksamen und gut ausgebildeten Menschen sprechen können.

Was ist das Besondere der Arbeit am Telefon im Vergleich mit anderen ehrenamtlichen Jobs?

Alle Jobs in der sozialen Arbeit sind wichtig, manche überlebenswichtig. Die Arbeit am Telefon ist nicht immer einfach, aber immer abwechslungsreich. Sie wissen bei Dienstantritt nicht, was Sie in den nächsten Stunden erwartet. Genau das reizt viele daran: im Gespräch mit Menschen zu sein, denen es nicht gut geht – aber danach vielleicht besser.

Wie lange muss ich Telefonseelsorgerin oder Telefonseelsorger bleiben?

Von den gut ausgebildeten Telefonseelsorgern oder Telefonseelsorgerinnen wird erwartet, dass sie ihre Verpflichtung ernst nehmen und mindestens drei Jahre bleiben, um ihre theoretischen und praktischen Kenntnisse im Gespräch und beim Zuhören anbringen zu können. Von dieser Erfahrung profitieren nicht nur die Anrufenden, sondern auch Sie selbst. Wir freuen uns auch über Ihr Interesse!

„Seelsorge“ – das hört sich nach Kirche und Religion an. Muss ich ein gläubiger Christ sein, um ehrenamtlich bei der Telefonseelsorge zu arbeiten?

Die christliche Botschaft ist nur eine von vielen Überzeugungen und Lebensweisen, die die Arbeit der Telefonseelsorge prägen.

Ich finde, die Ausbildung dauert zu lange. Warum ist das so?

Die Menschen, die uns anrufen, haben Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner verdient, die qualitativ gut ausgebildet sind. Es geht um Lebenskrisen, um Gesundheit, um schwierige Entscheidungen, um Rat und Trost. Dafür braucht es Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die es gelernt haben, mit Krisen angemessen umzugehen. Eine solch intensive Ausbildung und gute Einarbeitung braucht Zeit.

Ich bin voll berufstätig. Ist die ehrenamtliche Arbeit in der Telefonseelsorge für mich überhaupt geeignet?

Fast alle ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen gehen einem Beruf nach, sind in der Ausbildung oder studieren. Eine Reihe lebenserfahrener Telefonseelsorger oder Telefonseelsorgerinnen ist in Rente und machen einen ehrenamtlichen Job, der viel von ihnen abverlangt, sie aber auch fit hält.

Ob Sie neben Ihrer vollen Berufstätigkeit noch Zeit und Energie für ein so anspruchsvolles Ehrenamt haben, hängt von Ihrer persönlichen Lebenssituation ab und können nur Sie entscheiden.

Wie viele Stunden muss ich als Ehrenamtliche/r arbeiten?

Sie verpflichten sich gegen Ende ihrer Ausbildung, mindestens 120 Stunden im Jahr ehrenamtlich Dienst zu tun – also rund 10 Stunden im Monat.

Wir erwarten, dass Sie jährlich 8 Nachtdienste übernehmen.